Offizielle Bekanntmachung von Mircosoft vom 16.Juli 2003
Pufferüberlauf in RPC-Schnittstelle kann Codeausführung ermöglichen (823980)
Technische Details
Remote Procedure Call (RPC) ist ein Protokoll, das vom Betriebssystem Windows verwendet wird. RPC stellt einen Mechanismus für die Kommunikation zwischen Prozessen zur Verfügung, das Programmen, die auf einem Computer verwendet werden, erlaubt, Code nahtlos auf einem Remotesystem auszuführen. Das Protokoll selbst ist vom RPC-Protokoll von OSF (Open Software Foundation) abgeleitet. Es wurden jedoch einige Microsoft-spezifische Erweiterungen hinzugefügt.
Der Teil von RPC, der den Nachrichtenaustausch über TCP/IP verarbeitet, weist eine Sicherheitslücke auf. Der Fehler erfolgt durch falsche Verarbeitung ungültiger Nachrichten. Diese spezielle Sicherheitsanfälligkeit bezieht sich auf eine DCOM-Schnittstelle (Distributed Component Object Model) mit RPC, die TCP/IP-Port 135 abfragt. Diese Schnittstelle verarbeitet DCOM-Objektaktivierungsanforderungen (z. B. UNC-Pfade (Universal Naming Convention)), die von Clientcomputern an den Server gesendet werden.
Um diese Sicherheitsanfälligkeit ausnutzen zu können, müsste ein Angreifer eine speziell gestaltete Anforderung an den Remotecomputer an Port 135 senden.
Schadensbegrenzende Faktoren:
Zum Ausnutzen dieser Sicherheitsanfälligkeit müsste ein Angreifer eine speziell gestaltete Anforderung an Port 135, 139 oder 445 bzw. an jeden anderen speziell für RPC konfigurierten Port auf dem Remotecomputer senden können. In Intranetumgebungen kann auf diese Ports normalerweise zugegriffen werden, bei mit dem Internet verbundenen Computern sind sie jedoch üblicherweise durch eine Firewall blockiert. Sollte dieser Port nicht blockiert sein oder eine Intranetkonfiguration verwendet werden, benötigt der Angreifer keine zusätzlichen Berechtigungen.
Bewährte Methoden empfehlen das Blockieren aller TCP/IP-Ports, die nicht tatsächlich verwendet werden, und auch die meisten Firewalls – einschließlich der Windows Internet Connection Firewall (ICF) – blockieren diese Ports standardmäßig. Beim Großteil der mit dem Internet verbundenen Computern sollte aus diesem Grund RPC über TCP oder UDP gesperrt sein. RPC über TCP oder UDP ist nicht für den Einsatz in potenziell feindlichen Umgebungen wie dem Internet konzipiert. Für potentziell feindliche Umgebungen stehen stabilere Protokolle wie RPC über HTTP zur Verfügung.
Mehr über das Sichern von RPC für Client und Server erfahren Sie in diesem Artikel.
Mehr über die von RPC verwendeten Ports erfahren Sie in diesem Artikel.
Bewertung des Schweregrads:
Microsoft Windows NT 4.0 - Kritisch
Microsoft Windows NT 4.0 Terminal Server Edition - Kritisch
Microsoft Windows 2000 - Kritisch
Microsoft Windows XP - Kritisch
Microsoft Windows Server 2003 - Kritisch
Die oben getroffene Bewertung basiert auf den von der Sicherheitsanfälligkeit betroffenen Systemarten, ihren typischen Bereitstellungsmustern und den möglichen Auswirkungen, die ein Angriff der Sicherheitsanfälligkeit auf sie hat.
Die Patches zu den einzelnen Betriebssystemen findet ihr hier.
